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Das leben von Ludovico Oxens „Vico“ Torriani

Am Montag wäre Vico Torriani 100 Jahre alt geworden. Das Multitalent war nicht nur Sänger, sondern auch Schauspieler, Showmaster und Kochbuchautor.

Torriani wurde als Sohn eines Reit- und Skilehrers geboren und wuchs in St. Moritz und Oberrüti auf. Nach der Schule lernte er Konditor, Koch und später noch Kellner. Bereits als 15-Jähriger gab er private Konzerte. Später betätigte er sich als selbstständiger Gastwirt unter anderem in Basel und machte sich als Autor von Kochbüchern einen Namen. Zwischen 1978 und 1983 führte Vico Torriani das Restaurant Bonne Auberge am Spalenring in Basel.

Wie erst 2017 bekannt wurde, lebte Vico Torriani gemäss amtlichen Unterlagen zwischen 1929 und 1933 zusammen mit seiner Schwester Sonia als Pflegekind auf einem Bauernhof in Oberrüti.

Torrianis Frau Evelyne Torriani-Güntert, mit der er seit 1952 verheiratet war, stammte aus Basel. Das Ehepaar hatte die beiden Kinder Nicole und Reto.

„Addio, donna grazia“

1945 siegte er bei einem Talentwettbewerb und reiste danach durch ganz Europa. 1949 hatte er in der Schweiz seinen ersten Hit mit „Silberfäden“. 1951 kam der erste grosse Erfolg in Deutschland mit „Addio, donna grazia“. Danach nahm Torriani zahlreiche Schallplatten mit Schlagern in verschiedenen Sprachen auf.

Ab 1952 trat er im Fernsehen auf. 1955 war Torriani der erste zu ratende Gaststar in der Ratesendung „Was bin ich?“ bei Robert Lembke. 1958 trat er in der deutschen Vorentscheidung zum Grand Prix Eurovision de la Chanson an. In den 1970er Jahren hatte er wieder grosse Erfolge mit volkstümlichen Melodien. Sein grösster Erfolg wurde 1976 La Pastorella, ein Lied, das inzwischen zu den Evergreens der deutschen Unterhaltungsmusik gehört. Das Lied wurde auch von zahlreichen anderen Interpreten aufgenommen.

„Vico-Torriani-Show“

Er bekam zunächst in der Schweiz, später auch in Deutschland eigene Shows, wie „Grüezi, Vico, Hotel Victoria“ und 1971 die „Vico-Torriani-Show“, in denen zahlreiche Gaststars auftraten. Mit dem Schlager Capri-Fischer landete er 1982 auf Platz eins der vom Zweiten Deutschen Fernsehen produzierten Musikshow Die schönsten Melodien der Welt. 1995 erhielt er den Bambi Lifetime-Award zusammen mit Caterina Valente und Helmut Zacharias. Im selben Jahr wurde er mit dem Ehren-Prix-Walo ausgezeichnet.

Torriani starb 1998 im Alter von 77 Jahren. Seine Witwe berichtete, dass er aus einem Nachmittagsschlaf nicht mehr aufwachte und widersprach damit Presseberichten, er sei an Krebs gestorben. Sein Urnengrab befindet sich auf dem Hauptfriedhof in Lugano.

Eine Hommage an Vico Torriani

Nico Sanders überraschte im Sommer 2006 mit dem Album „Nico sing Vico“ die Musikszene und präsentierte auf seinem Album die 13 grössten Hits des Multitalents Vico Torriani. Obwohl es solche Platten nicht immer leicht haben, kam das Album bei den Hörern unglaublich gut an. „Addio, donna Grazzia“, „Bonsoir bonsoir“, „Du schwarzer Zigeuner“ und „Grüezi Grüezi miteinander“ stachen bei den Hörern besonders hervor.

©Text: Auszugsweise aus Wikipedia
©Bilder: Bearbeitet.
Nationaal Archief, Erich Dittmann, ETH-Bibliothek

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